Menschen hautnah: WDR zeigt am 25. Juni 2020 Film aus dem Sankt Vincentius Krankenhaus Speyer

Menschen hautnah: Die Kämpferin und der Feind in ihr
WDR Fernsehen, Do., 25.06.2020, 22:40 Uhr

Ein Film von Andrea Schuler

Im Juli 2019 wartete Yasemin Seber im Sankt Vincentius Krankenhaus auf ihre Operation. Mit dabei: ein Kamerateam des WDR. Gefilmt wurde für die Dokumentationsreihe „Menschen hautnah.“ Sie erzählt die Lebensgeschichten von ganz normalen Menschen, deren Entwicklung spannend ist. Menschen die sich in Lebenssituationen befinden, die berühren und an ihrem Leid und ihrem Glück teilhaben lassen. So auch die Lebensgeschichte von Yasemin Seber.(30).

Yasemin (30) hat einen seltenen Gendefekt. In ihrem Körper wuchert Gewebe unkontrolliert – eine rätselhafte Laune der Natur. Immer wieder müssen Geschwüre und gutartige Tumore entfernt werden. Doch nun raubt ihr ein Tumor am Kehlkopf den Atem. Er wächst langsam, aber stetig. Die Ärzte sind ratlos, niemand möchte sie an dieser gefährlichen Stelle operieren. Ohne Behandlung jedoch droht sie zu ersticken. Wie schon oft in ihrem Leben muss Yasemin selbst eine Lösung finden. Menschen hautnah begleitet die junge Frau ein Jahr lang bei ihrem Wettlauf gegen die Zeit.

Yasemin ist eine von knapp 200 Menschen weltweit, die mit dem Proteus-Syndrom leben. Der seltene Gendefekt ist unberechenbar. Seinen Namen verdankt er der griechischen Mythologie, weil die von der Krankheit hervorgerufenen Wucherungen bei jedem Betroffenen eine andere Gestalt annehmen – ebenso wie der Meeresgott Proteus seine Gestalt veränderte. Allen Erkrankten gemeinsam ist der asymmetrische Riesenwuchs einzelner Gliedmaßen. In Yasemins Fall sind es die mittleren Finger beider Hände, die um das Dreifache der üblichen Größe anwuchsen. „Monsterfinger, Dickfinger“ wurde sie früher deswegen genannt. Seit vielen Jahren ist Yasemin Seber Patientin von Dr. Falko von Stillfried, Leitender Oberarzt der Klinik für Rekonstruktive und Plastische Chirurgie, Handchirurgie und auch von Dr. Hans-Jörg Meier-Willersen, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. Mehr als 60 Operationen musste Yasemin Seber in Ihrem Leben über sich ergehen lassen und viele Wochen hat sie bereits in Krankenhäusern der Region verbracht, einige davon im Sankt Vincentius Krankenhaus.

Seit kurzem schnürt ihr ein gutartiger Tumor am Kehlkopf immer wieder die Luft ab. Kein Arzt will an dieser gefährlichen Stelle operieren. Ein spezielle Behandlung könnte helfen, bei der eine giftige Substanz in die Wucherung gespritzt wird. Oder ein Medikament, das eigentlich für Nierentransplantierte eingesetzt wird – wie so vieles bei dieser Krankheit medizinisches Neuland. Niemand kann vorhersagen, ob diese Behandlung erfolgreich sein wird. Wieder einmal muss Yasemin eine Lösung finden.

Redaktion: Martin Suckow

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